Johanniter Juni/21

Johanniter / Juni 2021 / In Aktion 14 Foto: Patricia Yallico Im Hochland Ecuadors unterstützen die Johanniter Dorfgemeinden dabei, die Folgen des Klimawandels auf die Landwirtschaft auszuglei- chen. Besonders Frauen macht das unabhängiger und es bringt ihnen Anerkennung ein. „Der Boden ist ein Lebewesen, das gepflegt und bewässert werden muss. Ohne Wasser gibt es keine Ernte“, sagt Esther Villalba. Die 62-jährige Bäuerin aus dem Dorf Cuniburo hat oft genug erlebt, wie Regenmangel und Frostnächte komplette Ernten vernichtet haben. Fehlender Niederschlag und die Tendenz zur Monokultur haben die Gemein - den anfälliger für Ernteausfälle gemacht und viele Bauern in die Armut getrieben. Im Dorf von Esther ändert sich das gerade auf vielen Ebenen. Dafür installiert IEDECA, eine lokale Partnerorga - nisation der Johanniter, Bewässerungssysteme, die von den Kommunen gepflegt werden. Bis 2022 sollen durch das Projekt mehr als 400 Familien Sprinkleranlagen oder Systeme zur Tröpfchenbe - wässerung nutzen. So können sie unabhängiger von schwankenden Niederschlagsmengen Gemüse und Obst anbauen. Die gemeinschaftliche Nutzung der Anlagen und des gespeicherten Wassers legen die Gemeinden fest. Klare Regeln zu Nutzungs - zeiten und Wassertarifen sollen das kostbare Nass gemeinsam schützen helfen und die Bewässerung nachhaltig gestalten. Hilfe für mehr Unabhängigkeit / Außerdem sollen die problematischen Monokulturen neuen Pflan - zensorten weichen, deren Anbau die Bewässerung jetzt ermöglicht. Begleitend gibt es Schulungen über bodenschonende Landwirtschaft ohne den Einsatz von künstlichem Dünger. „Viele von uns hatten den Wunsch, etwas zu produzieren. Aber leider gab es dafür keine technische Unterstützung“, sagt Ana Quilumbaqui aus der Gemeinde San Agustín de Mit Unterstützung der Johanniter kann Esther Villalba durch ihre landwirtschaftliche Arbeit einiges bewegen. Cajas. Nun werden unter anderem Saatgutbanken angelegt, um zwischen den Gemeinden tauschen zu können und so unabhängiger zu werden. Der überwiegende Teil der landwirtschaftlichen Arbeit in der Andenregion wird von Frauen erledigt. Mitarbeitende des IEDECA-Projektes begleiten nun insbesondere Frauen vor Ort und schulen sie über die Weiterverarbeitung und Vermarktung ihrer eige - nen Produkte. Sie haben dadurch nicht nur eine grö - ßere Auswahl an Nahrungsmitteln für ihre eigenen Familien. Sie können den Überschuss auch gewinn - bringend verkaufen. „So leisten wir einen wirt - schaftlichen Beitrag für unsere Familien und unsere Arbeit wird wertgeschätzt“, freut sich Esther, die bereits Pläne für die Zukunft schmiedet: Sie möchte in Zukunft den Ökotourismus in ihrer Gemeinde för - dern, um ihr Wissen mit anderen Familien zu teilen, die sich für nachhaltige Landwirtschaft interessie - ren. Ein weiterer Baustein, um gemeinschaftlich die Armut zu überwinden. / Tommy Ramm Ecuador Als Gemeinschaft stärker werden. Spenden Sie! Unterstützen Sie die Johanniter! Spendenkonto DE94 3702 0500 0433 0433 00 Bank für Sozialwirtschaft Stichwort: Ecuador €

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