Johanniter Juni/21
Gute Pflege ist teuer – doch wer sie benötigt, dem steht sie mit Unter- stützung der Kassen auch zu. Wir zeigen, was auf dem Weg zu einem Pflegegrad geprüft wird und wie man sich darauf vorbereiten kann. Niemand möchte sein selbststän - diges Leben aufgeben und Hilfe bei Alltäglichem in Anspruch nehmen. Doch wenn es etwa im Badezimmer nicht mehr allein geht, dann sind nach den Angehörigen meist profes - sionelle Helfer gefragt. Finanzielle Unterstützung für diese Dienstleis - tungen kommt von den Pflegekas - sen – jedoch erst, wenn Betroffene einem der fünf Pflegegrade zugeord - net wurden. Dies ist für gewöhnlich Aufgabe der Gutachter des Medizi - nischen Dienstes der Krankenkassen (MDK). Bei Privatversicherten über - nimmt das die Medicproof GmbH. Der Antrag dafür kann formlos per Telefon, Mail, Fax, Brief oder auch persönlich vor Ort bei der Pflegekas - se gestellt werden. Entsprechende kostenlose Musterbriefe gibt es bei den Verbraucherzentralen oder unter www.pflegeberatung.de . Vorab informieren / Bevor ein Antrag bei der Pflegeversicherung auf Feststellung des Pflegegrades gestellt wird, ist es lohnend, sich über die eventuellen Ansprüche zu informieren. Details dazu liefert der Johanniter-Pflegelotse (Download über die Internetseite www.johanniter.de/pflegelotse) . Denn als bedürftig im Sinne der Pfle - geversicherung gilt nur, wer aufgrund einer körperlichen, geistigen oder see - lischen Beeinträchtigung oder einer gesundheitlichen Belastung in seiner Selbstständigkeit eingeschränkt und daher dauerhaft auf Hilfe angewiesen ist. Wer dagegen seinen Alltag noch weitgehend alleine meistern kann, wird demgemäß niedriger eingestuft als jemand, der regelmäßig Unterstüt - zung braucht und nicht mehr selbst für sich sorgen kann. Der Gutachter prüft entsprechend der Regeln bei einem Hausbesuch sechs Module, welche die Selbst - ständigkeit in verschiedenen Lebens - bereichen abbilden. In Corona-Zeiten wurde dieser Besuch in der jüngsten Vergangenheit durch ein längeres Telefonat ersetzt. Neben Fragen zur Mobilität und zum persönlichen Verhalten geht es dabei um Themen wie Wahrnehmung und Kommuni - kation, die Fähigkeit, für die eigene Körperhygiene zu sorgen und mit Medikamenten umzugehen. Nicht zuletzt wird auch die Fähigkeit, das Alltagsleben zu gestalten und soziale Kontakte zu pflegen, abgefragt. Schwarz auf weiß / Weil eine solche Begutachtungssituation – auch in Form eines Telefonats – ungewohnt ist, empfehlen die Johanniter die An - wesenheit einer vertrauten Person. Folgende Punkte sollte man darüber hinaus im Vorfeld klären und vorbe - reiten: • Wichtige Fragen notieren, damit diese nicht untergehen. • Ärztliche Unterlagen und Medi - kamentenpläne bereithalten. • Nach Möglichkeit bereits für ein bis zwei Wochen vor der Be - gutachtung ein Pflegetagebuch führen. Hilfreich kann es darüber hinaus sein, die Unterstützung eines Pflegediens - tes in Anspruch zu nehmen. Zum Bei - spiel von den Johannitern. So haben Sie von Anfang an eine professionelle Begleitung an Ihrer Seite. Details im Netz Weitere Informationen und Hilfeleistungen vermitteln die Johanniter gerne über ihr Ser - vicetelefon unter Tel. 0800 32 33 900. Wissenswertes rund um Sachleistungen und Pflege - geld findet sich zusammen mit einem Pflegegradrechner unter: www.johanniter.de/ pflegedienste Foto: Adobe Stock Johanniter / Juni 2021 / Fürs Leben 19
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