Johanniter Juni/21
Foto: Theresa Batta Ohne ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter wären die Johanniter nicht das, was sie sind. Anton Müller ist einer von ihnen. Seit den 70er-Jahren ist das Multitalent unermüdlich in Unterfranken unter- wegs. Auf der Straße im Organtransport, tätig als Erste- Hilfe-Ausbilder, engagiert im Einsatzdienst des Hausnotrufs und der Rettung, aktiv in der Motor - radstaffel, im Bevölkerungsschutz und auch bei der Sanitätsbereitschaft: Es gibt kaum ein Gebiet der Johanniter-Dienstleistungen, in dem Anton Müller nicht mitgemischt hat – oder noch mitmischt. Immer auf Achse / „Der rote Faden ist das Unter - wegssein: Ich kann mit Langeweile nichts anfangen und will am Wochenende nicht einfach untätig rum - sitzen“, so der 68-Jährige. Das war schon während seiner Ausbildung bei der Bereitschaftspolizei Anfang der 70er-Jahre so. Gerade neu in Würzburg angekommen, fragte er einen Kollegen, wie man die arbeitsfreie Zeit sinnvoll gestalten könne. „Er hat mich zum Rettungsdienst der Johanniter mit - genommen. Und dort wurde ich gleich mit offenen Armen empfangen. So habe ich eine nützliche Frei - zeitbeschäftigung gefunden“, erinnert sich Anton Müller. Die ersten Jahre war er auf Einsätzen im Rettungs - wagen dabei. Neben dem anspruchsvollen Hauptbe - ruf sich dem Stress im Rettungsdienst zu stellen – für Müller ist das nicht so sehr Bürgerpflicht als viel - mehr persönliche Freude: „Es ist ein gutes Gefühl, Menschen zu helfen, sie mit einem auch kurzen Gespräch aufzumuntern und ihre Dankbarkeit zu sehen.“ Als er Vater wurde, fing es an, zeitlich etwas enger zu werden. Müller unterbrach den ehrenamt - lichen Einsatz für die Johanniter. Der Kontakt zu den Kollegen aber blieb bestehen – auch sein Sohn und seine Tochter haben sich im Rettungsdienst der Johanniter engagiert. Und als in seiner Dienststelle ein Ausbilder für Fortbildungen von Polizisten in Erster Hilfe gesucht wurde, war An - ton Müller wieder zur Stelle und nahm das in seinen Hauptberuf mit – Synergie nennt man das wohl in heutiger Zeit. Ende der 90er-Jahre, die Kinder „waren aus dem Gröbsten raus“ und als Dienstgruppenleiter bei der Polizei gab es ein paar Freiräume, fand sich Anton Müller wieder bei den Johannitern ein, fuhr im Ret - tungsdienst mit. So kam er auch zur Motorradstaffel der Johanniter: „Ich war zehn Jahre bei der Auto - bahnpolizei. Als die Johanniter mich dann fragten, ob ich nicht bei der Staffel mitfahren will – da konnte ich einfach nicht Nein sagen.“ Er habe eben das Mo - torradfahren im Blut, erklärt er. Dieser Passion ist er bis heute treu geblieben. Keine Angst vor lebenslangem Lernen / Ganz ähnlich kam er zum Organtransport: Die Freude am Fahren und eine sinnvolle Arbeit waren ihm Motivation genug. Und dank des Schichtdienstes in seinem Job war auch Zeit vorhanden. Im Jahr 2011, kurz vor seiner Pensionierung, drückte Anton Müller dann noch einmal die Schulbank und absolvierte als 60-Jähriger die Ausbildung zum Rettungssanitäter. „Doch seit der Rente bin ich weniger im aktiven Dienst, sondern hauptsächlich in der Ausbildung tätig“, erklärt Müller. Weil der 68-Jährige weiß, wie wichtig das Ehrenamt ist, hilft er nun unter anderem als Ehrenamtskoordinator anderen, es ihm nach - zutun. Und – wie er – Freude an den vielseitigen Beschäftigungsmöglichkeiten bei den Johannitern zu haben . / Peter Altmann Porträt Tausendsassa mit Talenten. Johanniter / Juni 2021 / Unter Freunden 21
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