Johanniter März 2025
Fotos: Johanniter Wer als erstes alle durchstreichen kann, ruft „Bingo“. Edel Markgraf liest vor: „Und jetzt die acht. Habt Ihr die acht? Passt Ihr auf, ja? Jetzt läuft`s aber bei Euch.“ Das gemeinsame Spielen macht nicht nur Spaß, sondern hilft auch, die Fähigkei- ten der Seniorinnen und Senioren möglichst lange zu erhalten, erklärt Milan Zeljkovic, Pflegedienstleitung ambulante Pflege Esslingen und Tagespflege Esslingen. Heute ist noch ein Bewegungsspiel dran, auch das Trainieren von Mobilität ist Ziel des Seniorennachmittags. Aber vor allem merkt man, dass sich die Beteiligten kennen und mögen, es werden Erinnerungen ausgetauscht und es wird zusammen gelacht. Gudrun Wernicke wird demnächst 88 Jahre alt und hat sich ihren Humor behalten. Von ihrer Zeit in Barcelona als junge Frau erzählt die gebür- tige Stuttgarterin gerne. Mit einer Freundin war sie damals durch Spanien gereist und die beiden blonden, großen Frauen haben für viel Begeisterung bei den Spaniern ge- sorgt. Wenn sie per Anhalter fahren wollten, hätten die Autos schon gehalten, bevor sie überhaupt den Daumen rausgestreckt hätten, erinnert sich Frau Wernicke. „Ha, ja, das wird so gewesen sein“, lacht Sepp Haslböck. Elke Bauer arbeitet seit sieben Jahren bei den Johannitern in der Ambulanten Pfle- ge. Dass ihr die Arbeit mit den Seniorinnen und Senioren am Herzen liegt, merkt man ihr an. „Ich bin froh, dass ich bei dem Nach- mittag mitmachen kann, es ist schön, dass man auch über persönliche Dinge spricht.“ Auch Schweres kann geteilt werden. Als Sepp Haslböck sagt, dass seine Frau jetzt demnächst den ersten Todestag hat, wird es kurz still am Tisch. Früher am Nachmit- tag hatte er von den gemeinsamen Jahren erzählt, sie hatten „nicht nur so goldene Hochzeit“, sondern Eiserne Hochzeit gefei- ert, waren also 65 Jahre lang ein Paar. „Ja, man kann nichts machen“, sagt Helga Neef. Und Gudrun Wernicke ergänzt: „Gott ent- scheidet es und nicht wir.“ Damit die Angehörigen an dem Tag entlastet sind, werden die meisten aus der Runde von den beiden Mitarbeiterinnen mit dem Auto zu Hause abgeholt und auch wie- der heimgebracht. „Wiedersehen, es war wieder so schön heute“, verabschiedet sich Helga Neef. Da sie gleich ums Eck wohnt, macht sie sich selbst auf dem Weg. „Bis bald, ich freue mich aufs nächste Mal“, sagt Elke Bauer und begleitet sie zur Türe. »Bingo« Helga Neef (links) und Gudrun Wernicke beim gemeinsamen Bingo- Nachmittag. 16 Johanniter / März 2025 / Landesverband Baden-Württemberg
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