Johanniter März 2025
Johanniter / März 2025 / Landesverband Nord / Engagiert Projekt „LoST?!“ Unterstützung beim Neuanfang Seit zehn Jahren Zeit schenken Jubiläum des Besuchsdienstes im Regionalverband Harburg Mecklenburg-Vorpommern / Wenn ein Elternteil in Haft sitzt, ändert sich das Leben nicht nur für die inhaftierte Person, son- dern für die gesamte Familie – vor allem Kinder leiden unter der sozialen Ausgrenzung. Das Pro- jekt „LoST?! – Leben ohne Straf- tat?!“ unterstützt Inhaftierte, aus der Haft Entlassene und ihre Angehörigen bei allen Herausfor- derungen des Alltags, etwa der Wohnungssuche, beim Schreiben von Anträgen fürs Wohn- oder Kindergeld oder bei Konflikten mit Ämtern. Das geschulte Team aus Sozialarbeiterinnen und -pädagogen geht dabei auf die individuelle Situation der Men- schen ein, erläutert komplizierte Schreiben von Behörden oder vermittelt bei Bedarf weiter an spezialisierte Beratungsstellen, wie die Schulden-, Familien- oder Suchtberatung. Das Projekt wird im Rahmen des Programms „EhAP Plus – Eingliederung hilft gegen Ausgrenzung der am stärksten benachteiligten Perso- nen“ durch das Bundesministe- rium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert. Seevetal/Harburg / Viele Seniorinnen und Senioren sind einsam, gerade wenn sie allein leben, weil der Ehe- partner gestorben ist und sie in ihrer Mobilität immer mehr eingeschränkt sind. Aus diesem Grund entstand 2014 die Idee, einen ehrenamtlichen Besuchsdienst ins Leben zu rufen. Waren es in der Anfangszeit nur wenige Besucher, wurde der Dienst in den vergangenen Jahren immer größer. Mittlerweile gibt es mehr als 50 Ehren- amtliche. Der Besuchsdienst ist einfach erklärt: Ein Ehren- amtlicher besucht einmal die Woche für etwa eine bis eineinhalb Stunden eine einsame Seniorin oder einen Senior in seinem Zuhause. Da es immer der gleiche zu Besuchende ist, kann sich über die Jahre eine enge Be- ziehung entwickeln. Für die älteren Menschen bedeutet das Treffen Abwechslung und Lebensfreude im Alltag. „Für die Arbeit im Besuchsdienst müssen unsere Ehrenamtlichen Geduld, Einfühlungsvermögen und eine gewisse Offenheit mitbringen“, sagt Sandra Petersen, Koordinatorin des Besuchsdienstes. Besuchende und Besuchte gestalten die Treffen nach den gemeinsa- men Interessen und individuellen Vorlieben des älteren Menschen: Manche spielen Gesellschaftsspiele, andere gehen spazieren oder sehen sich bei einer Tasse Kaffee alte Fotoalben an. Aber das Wichtigste bei allen Besu- chen ist die Zeit, die die Besuchenden den Besuchten schenken. „Für mich ist es nur eine Stunde Zeit, die ich mir nehme, aber für mein Gegenüber ist es das High- light der Woche“, sagt die Koordinatorin. Zehn Jahre Besuchsdienst: Die Koordinatorinnen Stefanie Lang (von links), Kirsten Wienand und Sandra Petersen bringen Ehrenamtliche und Senioren zusammen. Foto (unten links): Dreamstime.com (Sitthiphong Thadakun) Gefördert durch: 18
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