Johanniter März 2025
Mit dem Freiwilligendienst zum Traumberuf Auch Justine Richter (Bild 1) entschloss sich, mit einem Freiwilligendienst im Hausnotruf und Menüservice in die Arbeitswelt hinein- zuschnuppern – und erhielt so Klarheit über ihren Berufswunsch. „Durch Einsätze im Haus- notruf habe ich die Arbeit des Rettungsdienstes besser kennengelernt“, erzählt die 21-Jährige. Für sie stand danach fest: „Ich möchte Notfall- sanitäterin werden – bei den Johannitern.“ »Der BFD hat meine an- schließende Berufswahl sehr geprägt, ohne diese Zeit hätte ich mich wahrschein- lich nicht für den Rettungs- dienst entschieden. Und persönlich bin ich auch über mich hinausgewachsen und selbstbewusster geworden.« (1) Justine Richter, ehemalige BFDlerin im Hausnotruf und Menüservice des Ortsverbandes Hildesheim, die sich anschließend für den Rettungsdienst bei den Johannitern entschied, auf die Frage: Was konnten Sie durch den BFD für sich mitnehmen? Für ihre Arbeit werden die Freiwilligendienstleis- tenden – abhängig vom Einsatzbereich – um- fassend geschult. Im Hausnotruf-Einsatzdienst absolvierte Justine Richter etwa den Rettungssa- nitäter-Grundlehrgang. „Die Freiwilligen profitie- ren nicht nur von Qualifikationen, die sie später noch gebrauchen können, der Dienst bietet auch einen Mehrwert für die persönliche Entwicklung: Die Teilnehmenden sind danach selbstständiger, berichten von einem deutlich selbstsichereren Auftreten und einer höheren Bereitschaft, Ver- antwortung für andere zu übernehmen“, erklärt Bodo Dannhöfer, der als Stabsstellenleitung Frei- willigendienste im Landesverband Niedersachsen/ Bremen die Effekte eines Dienstes analysiert hat. (Bild 1) Für alle Seiten ein Gewinn Andere Menschen zu unterstützen – das ist auch Lava Abdulrahmans (Bild 2) Aufgabe. Sie absolviert ihren Bundesfreiwilligendienst in einer der Unterkünfte für wohnungslose Familien, die von den Johannitern des Ortsverbandes Hannover-Leine betrieben werden. Viele der Familien sind noch nicht lange in Deutschland. Lava Abdulrahman unterstützt sie dabei, hier anzukommen und sich zurechtzufinden. Dazu gehören beispielsweise Hilfe beim Schriftverkehr mit Ämtern, Begleitung bei Behördengängen, aber auch, mit den Kindern zu spielen. Lava Abdulrahmans eigene Migrationsgeschichte und ihre Sprachfähigkeiten, dank derer sie sich mit den geflüchteten Familien verständigen kann, machen sie zu einer wichtigen Ansprechper- son in der Unterkunft. „Es ist schön, wenn man den Familien helfen kann“, sagt sie über ihren Bundesfreiwilligendienst. Die Beispiele von Maximilian Diehl (Bild 3), Justine Richter und Lava Abdulrahman zeigen, wie gewinnbringend ein Freiwilligendienst sein kann – für einen selbst und für seine Mitmen- schen. Oder wie Maximilian Diehl sagt: „Mit einem Freiwilligendienst kann man nichts falsch machen.“ Zahlen aus dem Freiwilligendienst im Landesverband Niedersachsen/Bremen 2021–2024: Durchschnittlich 20 Jahre alt 54% weiblich 45% männlich 1% divers Fotos: Johanniter 16 Johanniter / März 2025 / Landesverband Niedersachsen/Bremen / Titelthema
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