Johanniter März 2026
Die gebrauchten Geräte treffen aus den Regionalverbänden der Johanniter ein. lich.“ Dafür garantieren er und das gesamte Team, vom Wareneingang bis zum Warenausgang. Wenn am Ende eines Tages zwei oder drei Postcontainer mit zahllosen Hausnotruf-Paketen vollgestapelt sind, dann ist ein Teil davon durch diverse Reinigungs- und Reparaturprozesse, Tests und Kontrollen ge gangen. Penibel im hauseigenen Computersystem erfasst. „So, als ob das Gerät in der eigenen Familie zum Einsatz kommen würde“, sagt Zynda. „Da las sen wir ja auch keine Mängel gelten.“ Manchmal ohrenbetäubend / Bei fabrikneuen Geräten hat das Team leichtes Spiel: Geräte aus packen, Ware auf Vollständigkeit kontrollieren, in die Datenbank einlesen, die notwendige Software aufspielen, auf Funktionsfähigkeit testen. „Und dann wird’s laut!“ Dutzende Geräte liegen in langen Reihen nebeneinander. Jedes Gerät wird einmal aus gelöst. So wie im richtigen Leben, wenn ein Notfall ist, meldet sich die Zentrale. Hunderte Male am Tag, viele Geräte gleichzeitig. Der Geräuschpegel ist eine Herausforderung. Aber weil im Team alle mitdenken und auch auf das Wohlbefinden bei den Arbeits aufgaben achten, hat eine Kollegin mit Vogelsand gefüllte, schalldämpfende Kissen genäht, mit denen die Geräte beim finalen Test abgedeckt werden. Komplexer ist die Aufbereitung von gebrauchten Hausnotrufgeräten, die aus der Kundenbetreuung, aus Orts- oder Regionalverbänden eintreffen. Bei Georg Griehl am Wareneingang wird die Spreu vom Weizen getrennt. Scannen, registrieren, die Unter lagen begutachten und alle Geräte prüfen. Seinen strengen Augen entgeht nichts. Was aktuellen Qualitätsstandards und den Anforderungen der Digi talisierung nicht mehr genügt, wird ausgemustert. Aber was nach einer gründlichen Reinigung und kleineren Eingriffen funktioniert, passiert seine Sta tion. Von der Sinnhaftigkeit, die benutzten Geräte wieder aufzubereiten, ist Griehl sowieso überzeugt: „Wir tun wirklich etwas für die Lebensqualität von Menschen“, sagt er, „für deren Selbstständigkeit, dass sie in ihrem bekannten Lebensumfeld bleiben können.“ Und dann erzählt er noch seine liebste Anekdote: Eine 92-Jährige habe ihr Gerät zurück gegeben, „weil sie es nicht mehr brauchte: Sie hatte geheiratet“. Mit Zahnbürste und Wattestäbchen / Damit ein Hausnotrufgerät wieder wie neu aussieht, braucht es Menschen wie Doris Reinhold, die mit Geduld, Fingerspitzengefühl und viel Routine in der Auf bereitung tätig ist. Zu ihren Arbeitsmitteln gehören Zahnbürsten und Pinsel, Klingen und fusselfreie Lappen, Wattestäbchen und Lupe. Auch ihrem Blick entgeht kein Staubkorn, kein Fussel am falschen Fleck. Sie hat die Feinmotorik einer Uhrmacherin. Unansehnliche Teile gehen als erstes durchs Ultra schallbad. Mit Zahnbürste und Desinfektionsmittel ausgerüstet müssen Platinen gebürstet und keimfrei Dann geht es an die erste Prüfung: Sind alle Komponenten vollständig? Eine ordentliche Reinigung ist das A und O der Wiederaufbereitung – innen und außen. Die Digitalisierung sorgt dafür, dass viele Geräte ausgemustert werden müssen. Aber auch hier wird verantwortungsvoll entsorgt. Fotos: Nikolaus Brade 1 2 3 11 Johanniter / März 2026 / In Aktion
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