Johanniter März 2026

Foto: Johanniter Die Zahlen zu seinem 20-jährigen Jubiläum im Ehren - amt klingen selbst für Günther Dahl beeindruckend: Allein in den sechs Jahren mit seiner Hündin Emily war er mehr als 4.000 Helferstunden lang an ins - gesamt 70 Einsätzen beteiligt. Der 62-Jährige hat einiges bei den Johannitern erlebt. „Blaulichtaffin war ich schon immer“, sagt Günther Dahl, „in der Jugend war ich bei der Feuerwehr. Da habe ich auch meinen Ersatzdienst geleistet.“ Dann kam die Ausbildung zum Drucker, Ehe, zwei Kinder. 2005 dann der erste Hund: Swift. Für den Border-Collie – eine besonders intelligente Rasse – suchte Dahl etwas, um den Hund auszulasten. Ein Kollege machte ihn auf die Ret - tungshundestaffel der Johanniter aufmerksam. Nach einem Schnupperkurs und sechs Monaten Probe war klar: Das macht Swift und seinem Besitzer Spaß. Mit Swift und Emily / Nach zwei Jahren kam die Golden Retriever-Hündin Emily dazu. Zusammen machten sie sich in mehr als 70 Einsätzen von Bonn bis Wuppertal, in Aachen, Köln und dem nördlichen Rheinland-Pfalz auf den Weg, vermisste Kinder, Demenzkranke und Suizidgefährdete zu finden. „Wir arbeiten mit Flächensuchhunden – also im größeren Team. Entsprechend aufwendig sind auch unsere Trainings. Insgesamt kommen Helfer im Rettungs - hundewesen locker auf 300 bis 400 Helferstunden im Jahr“, erklärt Günther Dahl. Eigentlich hätte es mit dieser ehrenamtlichen Arbeit neben seinem Vollzeitjob in der Druckerei genug sein können. Doch 2007 erreicht ihn ein Anruf: Die Johanniter-Auslandshilfe plane, eine Rettungs - hundestaffel aufzubauen – ob er daran Interesse habe. Natürlich hatte er und war recht schnell Teil des Teams. Neben der Aktivität in seiner Rettungs - hundestaffel kamen nun Trainings bundesweit sowie in Armenien und Ungarn hinzu. Und quasi nebenbei hatte er die Möglichkeit, sich als Logistiker in der Auslandshilfe weiterzubilden. Auch das nahm Gün - ther Dahl mit – eine weitsichtige Entscheidung. Immer neue Aufgaben / Als 2013 der tropische Wirbelsturm Haiyan die Philippinen verwüstete und mehr als 7.000 Menschenleben forderte, machte sich der frisch gebackene Logistiker Günther Dahl zusammen mit 64 Tonnen Hilfsgütern auf den Weg nach Manila. An diese ebenso anstrengende wie spannende Zeit denkt der Ehrenamtler gerne zurück. Nach 36 Jahren im Zeitungsdruck findet er in der Produktion einer Verzinkerei eine neue Aufgabe: „Vom Papier zum Metall“, wie er lachend kommen - tiert. Und er baut weiter an seinem Lebensweg im heimischen Verband: 2012 übernimmt er die Leitung seiner Rettungshundestaffel. Seit 2016 kümmert er sich als Landesbeauftragter für das Rettungs - hundewesen in Nordrhein-Westfalen um etwa zehn Staffeln mit 120 Helfern und circa 100 Hunden. „Al - lerdings inzwischen als Helfer ohne Hund, wie das bei uns heißt“, so Dahl. „Meine Hündin Hazel ist den Belastungen als Rettungshund nicht gewachsen.“ Im Juli steht ihre Verrentung an. Doch an ein Ende mag Günther Dahl nicht denken, lieber an etwas ganz Neues. „Es gibt so viele Möglichkeiten bei den Johannitern, das finde ich wirklich toll. Momentan wird über eine Drohnenstaffel diskutiert – da wäre ich wirklich nicht abgeneigt.“ / Peter Altmann Porträt Im Verband der Möglichkeiten. Seit mehr als 20 Jahren ist Günther Dahl ehrenamtlich für die Johanniter unterwegs: als Rettungshundeführer sowie als Logistiker in der Auslands - hilfe. Und immer noch findet er neue Aufgaben für sich. 27 Johanniter / März 2026 / Unter Freunden

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