Johanniter März 2026
Die Johanniter in Baden-Württemberg Mannheim / Pünktlich zum Start der Ves- perkirche ist Sven* wieder da: Der Mitt- vierziger lebt seit 15 Jahren auf der Straße und freut sich auf eine warme Mahlzeit und offene Ohren. Auch bei den Johannitern, die kostenlos den Sanitätsdienst für die Vesper- kirchen-Gäste anbieten, kommt er täglich vorbei. Wie viele wohnungslose Menschen leidet er unter offenen Wunden. An seinen Beinen hat er Wunden, eitrig und entzündet, oft eine Folge mangelnder Hygiene vom Leben auf der Straße. Sven hat die Wunden notdürftig mit Pflaster abgedeckt, für Ver - bände hat er kein Geld. Sabrina Markgraf, die ehrenamtliche Sanitäterin, löst möglichst schmerzfrei die Pflaster und versorgt Tho - mas so gut sie kann. Doch für eine wirkliche Heilung reichen Wundsalbe und ein sauberer Verband nicht aus. Sven ist kein Einzelfall. Viele wohnungslose Menschen leiden unter chronischen Wunden, die so nicht dauerhaft heilen. Doch Angst und Scham verhindern den Gang zum Arzt. Sabrina will nicht tatenlos zusehen. Sie lässt sich von einer Fachkraft für Wundmanage- ment beraten und startet im Januar die „Johanniter-Wundsprechstunde“. Zweimal wöchentlich beurteilen spezialisierte Wund- fachkräfte akute und chronische Wunden, versorgen sie fachkundig und beugen Infektionen vor. Anonym, kostenfrei, ohne Termin. Jede fachgerecht versorgte Wunde ist ein Beitrag für mehr Lebensqualität. Doch was passiert nach der Vesperkirche? Der neue Johanniter-Pflasterlaster geht auf Tour, um die Folgebehandlung abzudecken. Der umgebaute Rettungswagen fährt vom Neue Angebote für wohnungslose Menschen Wunden behandeln, Würde bewahren * Name von der Redaktion geändert.
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