Johanniter März 2026

Foto: Nikolaus Brade Wenn Heranwachsende nicht bei ihren Eltern wohnen kön- nen, bieten die Johanniter ein zweites Zuhause. Im „Haus der Kinder“ und im „Haus der Jugend“ geht es um mehr, als nur ein Dach über dem Kopf zu haben. Ein Besuch im branden- burgischen Jüterbog. Sitzt man spätnachmittags im „Haus der Kinder“ am gemeinsamen Essenstisch, unterscheidet sich das kaum von den vorabendlichen Ritualen vieler Familien: Der Tag wird besprochen, die Essenspläne für die kommenden Tage werden diskutiert. Kurz wird es laut – jede Lieblingsspeise muss bedacht werden. Auch die Aufgaben der Kinder wollen ge - klärt sein: Die 15-jährige Sara* muss heute den Müll rausbringen, der elfjährige Paul* ist mit dem Tisch - decken dran, der zehnjährige Noah* und die sieben Jahre alte Sophia* helfen beim Essenmachen. Die beiden Erwachsenen am Tisch agieren ruhig und bestimmt – für Eltern auffällig entspannt. Das mag daran liegen, dass Doreen Schramm und Jessica Rona nicht die Eltern der vier Kinder sind, sondern ihre Betreuerinnen. Verlässlichkeit bieten / Das „Haus der Kinder“ ist eine stationäre Wohngruppe. Mit den Kinderheimen früherer Zeiten hat das wenig zu tun: Das Einfami - lienhaus steht mitten in einem Dorf in der Nähe von Jüterbog. Es gibt einen kleinen Garten, für jedes Kind ein Zimmer, ein gemeinsames Wohnzimmer, Bad und Küche. Die Betreuer sind in 24-Stunden- Schichten im Haus. Während der Schulzeit kümmern sie sich um administrative Aufgaben – sobald die Kinder zu Hause sind, geht es um deren Bedürf - nisse. „Was wir hier vor allem machen, ist Alltags - pädagogik: Wir geben Struktur, Orientierung, einen Rahmen“, erklärt Jessica Rona, die Teamleiterin. „Das Wichtigste dabei: Verlässlichkeit und Vertrauen * Die Namen der Kinder und Jugendlichen wurden von der Redaktion geändert. Johanniter / März 2026 / In Aktion 5

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