Johanniter März 2026
EINSÄTZE DER MOTORRADSTAFFEL 2023 » 23 Einsätze auf der A2 und A14 » Absicherung beim Berlin-Marathon » insgesamt ca. 20.000 km Fahrtstrecke 2024 » 49 Einsätze auf der A2 und A14 » 6 Veranstaltungsabsicherungen » insgesamt ca. 30.000 km Fahrt- strecke 2025 » 57 Einsätze auf der A2 und A14 » 10 Veranstaltungsabsicherun- gen, u. a. Berlin-Marathon und Gedenkfahrt für verstorbenen Motorradfahrer » insgesamt ca. 40.000 km Fahrt- strecke Ein kleiner Rettungswagen auf zwei Rädern Die Ausstattung der Motorräder ist umfang- reich. „Theoretisch haben wir alles dabei, um für den Notarzt alles vorzubereiten“, er- klärt Harsteln. Dazu gehören medizinisches Material, ein automatisierter externer Defib - rillator (AED), Getränke, Traubenzucker und für Kinder auch ein Kuscheltier. „Man kann sagen: Wir sind fast ein kleiner Rettungs- wagen, nur auf zwei Rädern“, fasst Harsteln zusammen. Die Einsatzkräfte leisten Erste Hilfe, versorgen Verletzte, geben Informationen an Betroffene im Stau weiter, öffnen Ret- tungsgassen, führen Abschleppdienste her- an oder unterstützen Polizei und Feuerwehr bei Erkundungs- und Absicherungsmaß- nahmen. In vielen Fällen sind die Motorrad- staffeln die ersten Einsatzkräfte vor Ort und auch die letzten. „Für uns ist erst Feierabend, wenn der Verkehr wieder rollt“, beschreibt Harsteln die Einsatzrealität. Besonders eindrücklich bleiben die Einsätze, bei denen Menschen ganz konkret geholfen werden konnte. Seit 2023 war die Motor- radstaffel an acht Reanimationen beteiligt. Hinzu kommen zahlreiche medizinische Notfälle im Stau: Unterzuckerungen, hohes Fieber bei Kindern oder auch beginnende Geburten. „Zweimal hatten wir schon Alar- mierungen wegen einsetzender Wehen im Stau“, erinnert sich Fabian Harsteln. „Da waren die Schweißperlen schon sehr groß.“ Beide Male konnten die werdenden Mütter sicher ins Krankenhaus begleitet werden und die Kinder kamen wenig später zur Welt. „Das sind die schönen Momente, die bleiben“, sagt Harsteln. „Wir machen eigentlich alles – außer fliegen“ Einsätze, die im Kopf bleiben Auch Einsätze jenseits klassischer Verkehrs- unfälle gehören dazu. Besonders in Erinne- rung geblieben ist Fabian Harsteln ein Anruf der Notfallseelsorge des Landkreises Börde. Nach einem Todesfall in einer Kita sollte ein Seelsorgeteam dringend vor Ort sein, kam jedoch wegen eines Unfalls und der daraus resultierenden Vollsperrung nicht durch. „Wir haben nicht lange überlegt“, berichtet Harsteln. Nach Rücksprache mit Polizei und Leitstellen nahm die Motorrad- staffel das Fahrzeug der Notfallseelsorge in ihre Mitte und bildete eine sichere Gasse. So konnte das Team rechtzeitig an den Ein- satzort gebracht werden. 18 Johanniter / März 2026 / Landesverband Sachsen-Anhalt/Thüringen / Aus den Regionen
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