Johanniter Juni 2026
Fotos: Johanniter/Tobias Zimmermann, Johanniter/Regina Lüders Ambulante Hilfe Johanniter am Mittelrhein erweitern pädagogisches Angebot Jugendhilfe Sanfter Start ins Erwachsenenleben Koblenz / In Koblenz wird es zunehmend schwieriger, Kindern, Jugendlichen und Familien ambulante pädago- gische Unterstützung anzubieten. Um zur Lösung des Engpasses an pädagogischen Fachkräften beizutragen, erweitern die Johanniter am Mittelrhein ihr breites Angebot in der Kinder- und Jugendhilfe um die soge- nannte ambulante Hilfe. Diese pädagogische Unterstüt- zung zielt darauf ab, eine bessere Alltagsstruktur zu ermöglichen und die Bewältigung sozialer und emotio- naler Herausforderungen zu begleiten. Die ambulante Hilfe gliedert sich in zwei Bereiche: Der Erziehungsbeistand richtet sich an Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre. Die sozialpädagogische Familienhilfe hingegen unterstützt die gesamte Familien- struktur. Beide Formen der ambulanten Hilfe finden in regelmäßigen Terminen entweder in der Regional geschäftsstelle in Koblenz oder im häuslichen Umfeld der Familien statt – als Alternative zu einer (teil-) stationären Unterbringung in Wohn oder Tagesgruppen. Die Johanniter am Mittelrhein engagieren sich bereits seit über 15 Jahren in der Kinder und Jugend - hilfe im nördlichen RheinlandPfalz. Der Regional verband beschäftigt allein in diesem Bereich rund 60 Mitarbeitende. Diese sind z.B. im Betreuten Trainingswohnen sowie drei Kindertagespflegen in Koblenz, in der Tagesgruppe Mittelrhein in Vallendar und in der intensivpädagogischen Wohngruppe in Liesenich tätig. Trier / „Freischwimmer“ statt Sprung ins kalte Wasser: In TrierTarforst ist zum Jahreswechsel eine besondere Wohngruppe unter diesem Namen gestartet. „Wir wollten die Bewohner unserer Regelwohn- gruppe für Kinder und Jugendliche nicht mehr oder weniger direkt mit der Volljährig - keit vor die Tür setzen müssen – egal wie das passt“, erklärt Einrichtungsleitung Sozialpädagogin Caroline Nowak: Neo und eine Mitbewohnerin sind gerade 19 und noch in der Ausbildung, ein weiterer 18jähriger Abiturient lebt hier – alle, nachdem sie zwischen 2,5 und acht Jahre ein Stockwerk höher gewohnt haben, in der Regelwohngruppe der Johanniter für Kinder und Jugendliche mit insgesamt bis zu zehn Kids ab 6 Jahren. Hier sind die jungen Leute nun weitgehend autark: Alle kaufen und kochen für sich selbst, versuchen, Alltags- fragen allein zu klären. Aber es ist auch jeden Tag jemand vor Ort und kann helfen, wenn es Probleme gibt. „Da klafft viel zu oft eine Lücke im System für junge Men - schen ohne helfendes Elternhaus“, betont Jugendhilfeleiter Frank Helbing. Zeitlich befristet und individuell kann das Jugend- amt diese besondere Wohnform genehmi- gen, die die Trierer Johanniter auch schon seit fast zehn Jahren in der Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Ausländer in Waldrach erfolgreich umsetzen. Mit der neuen ambulan- ten Kinder- und Jugend- hilfe unterstützen die Johanniter am Mittel- rhein bei individuellen und familienbezogenen Problemen von Kindern und Jugendlichen. Neo (19) steht kurz vor seinem Ausbildungsabschluss. Er ist froh, in der Freischwimmer-Wohngruppe in Caroline Nowak (Mitte) und ihren Kolleginnen in schwierigen Momenten noch Unterstützung zu er- fahren. Das Zusammensein auch mit seinen beiden jungen Mitbewohnern tut ihm gut. 20 Johanniter / Juni 2026 / Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz/Saar / Mittelrhein & Trier-Mosel
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