Johanniter Juni 2026
Johanniter betreiben Übergangswohnheim Die etwas andere Unterkunft Hannover / Helfen über den Tod hinaus. Eine ältere Frau aus Hannover hat 40.000 Euro aus ihrem Nachlass an den ambulanten Hospizdienst der Johanniter im Ortsverband Hannover-Leine gespendet. Die 77-Jährige war im Mai 2024 verstorben. Beim Hos- pizdienst begleiten Ehrenamtliche schwer kranke und sterbende Menschen, damit niemand am Ende seines Lebens allein ist. Sie helfen dabei, Abschied zu nehmen, letzte Wünsche zu erfüllen, spenden Trost oder sind einfach da. „Wir sind zutiefst dankbar“, sagt Hospizkoordinatorin und Fachbereichs- leiterin Ehrenamt Jasmin Heinecke. „Das Geld werden wir für eine zusätzliche hauptamtliche Koordinierendenstelle einsetzen. So hilft diese Spende dabei, anderen noch besser helfen zu können.“ Bremen / Der Regionalverband Bremen- Verden betreibt seit dem Frühjahr im Auf- trag der Freien und Hansestadt Bremen in der Bremer Neustadt ein Übergangswohn- heim für Geflüchtete. Es ist allerdings kein „normales“ Übergangswohnheim (ÜWH), sondern eines mit 60 Pflegeplätzen, die von einem integrierten ambulanten Pflege- dienst betreut werden. Insgesamt können 155 Menschen dort aufgenommen werden. Zudem sind Plätze für ältere Obdachlose geplant, die gegebenenfalls Pflegebedarf haben. Frau spendet ihren Nachlass 40.000 Euro für den Hospizdienst Foto: Johanniter/Frauke Engel Es begann mit einem Erste-Hilfe-Lehrgang. Seit 1966 ist Gerhard Latt Mitglied im Johanniter-Ortsverband Celle. Vom Erste- Hilfe-Ausbilder über den Gruppen- und Zugführer bis zum Rettungssanitäter und Fachberater Sanität durchlief er zahlreiche Stationen. Früh beschäftigte ihn dabei eine Frage, die damals kaum gestellt wurde: Was machen belastende Einsätze mit den Einsatzkräften? Spätestens nach dem ICE- Unglück von Eschede, bei dem er selbst im Einsatz war, wurde dieses Thema zu seiner Lebensaufgabe. Er ließ sich zum Notfall- seelsorger ausbilden, wurde Fachberater für Psychotraumatologie und engagierte sich in der psychosozialen Notfallversor- gung (PSNV). Bis März 2025 war er Lan- deskoordinator PSNV im Landesverband Niedersachsen/Bremen. Die Bedeutung der PSNV unterstreicht Gerd Latt im Interview mit der Celleschen Zei- tung. „Du musst die Menschen zum Reden bringen, sie müssen sich das Erlebte wahr- haftig von der Seele reden, damit sie sich wiederfinden, zur eigenen Aktion zurück- finden“, sagt er. Auch wenn sich der 75-Jährige heute aus vielen Ämtern zurückgezogen hat – so gibt er doch weiterhin als Lehrbeauftragter sein Wissen weiter und bleibt ein „einfacher Helfer“. „Die Johanniter haben mich ge- prägt. Dafür bin ich sehr dankbar.“ Im Fe- bruar wurde Gerhard Latt für sein langjäh- riges ehrenamtliches Engagement im Alten Rathaus von Celle geehrt. Danke, Gerhard! Gerhard Latt Eine Lebensaufgabe Wir Johanniter Bis zu 155 Menschen finden Zuflucht in dem neuen Wohnheim. 19 Johanniter / Juni 2026 / Landesverband Niedersachsen / Aus den Regionen
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