Johanniter Juni 2026

Leipzig / Ein lauter Knall, dann pinker Qualm, gefolgt von einem lauten Schrei: Benedikt ist kaum zu erkennen, aber gut zu hören. Verzweifelt versucht er, sich zu orientieren. Sein Experiment ist schief- gegangen, sein Arm von starken Verbren- nungen gezeichnet, sein Gehör durch die Explosion beeinträchtigt. Die heraneilenden Schülerinnen und Schüler erkennen die Lage sofort: Sie dürfen nicht zu Benedikt, sonst atmen sie den vermutlich gefährlichen Rauch ein und bringen sich selbst in Gefahr. Johanniter-Jugend trainiert in Leipzig Starke Vorbereitung »Durch die Meistertitel für Sachsen liegt die Messlatte für das Ausbildungsniveau extrem hoch.« Leni, Landesjugendleitung Johanniter-Jugend Fotos: Sebastian Späthe Damit alles reibungslos funktioniert, verteilt Landes- jugendleiter Rudi vor dem Start die Ablaufpläne. Mit Zurufen gelingt es ihnen, den verletzten Mitschüler aus der Gefahrenzone zu lotsen, seine Verbrennungen abzudecken und einen Notruf abzusetzen. Benedikt atmet auf – die Übungssituation ist erfolgreich beendet. Realitätsnahe Übungen Alle 180 Teilnehmenden des Erste-Hilfe- Wochenendes durchlaufen am 18. April 2026 solche Szenarien im Leipziger Mon- tessori-Schulzentrum. Die Schülerinnen und Schüler sind zwischen 6 und 17 Jahre alt und treffen sich einmal jährlich, um gemein- sam ihr Erste-Hilfe-Wissen in Wettkampf- stationen unter Beweis zu stellen. Sie rufen Routinen ab, die sie schon unzählige Male Bei der Ersten-Hilfe ist oftmals Teamwork gefragt. Kinderschminken der besonderen Art: Das Team der Realistischen Unfalldarstellung (RUD) bei der Arbeit. haben Dutzende Verletzungen nach allen Regeln der Kunst geschminkt. Die Aufga- ben für die Teilnehmenden: keinen Hinweis übersehen, in der richtigen Reihenfolge versorgen und gleichzeitig die Verletzten beruhigen. Die Einsätze fanden unter den kritischen Blicken der erfahrenen Ausbilden- den statt. Im Nachgang gab es wertvolle fachliche Hinweise und die Chance, das Vor- gehen unter Aufsicht noch einmal zu üben. Insgesamt bereiteten sich an diesem Wochenende 19 Mannschaften mit 150 Aktiven auf den Landeswettkampf der trainiert haben. Die Schulsanitäterinnen und -sanitäter müssen aber auch improvisieren können. Wird der Rettungseinsatz beispiels- weise durch Hunde gestört, muss eine neue, untrainierte Strategie her. Bei all diesen Aufgaben waren Verletz- tendarsteller am Werk: Kunstblut tritt aus Wunden und Verbrennungen wirken täu- schend echt; die Spezialistinnen und Spe- zialisten für realistische Unfalldarstellung 16 Johanniter / Juni 2026 / Landesverband Sachsen

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