Johanniter Juni 2026

Die Perspektive wechseln: (M)ein Tag im Einsatznotrufdienst Fotos: Tobias Naumann Viel zu tun: Maria Tschanter arbeitet im Bereich Kom und hilft seit Kurzem auch im Einsatznotrufdienst au Mit dem Einsatzfahrzeug ist Maria viel in ihrer Oberlausitzer Heimat unterwegs. Ebersbach-Neugersdorf / Schichtwechsel im Einsatznot- rufdienst des Kreisverbands Görlitz. Maria Tschanter nimmt den großen Schlüsselbund und das Einsatzhandy von ihrem Kollegen Ronald Watte in Emp- fang. Ein kurzer Austausch über die Einsätze der vergangenen Nacht, dann verabschiedet er sich in den wohlverdienten Feierabend. Diese Schichten sind ein deutlicher Gegensatz zu Marias normalem Berufsalltag: Eigentlich ist sie für den Bereich Kommunikation und Marke- ting in der Kreisgeschäftsstelle Großschönau zuständig. Doch bei Bedarf ist sie zusätzlich als Aushilfskraft im Einsatznotruf- dienst tätig. Kompetenzen fürs Leben Den nötigen Sanitätshelfer- Lehrgang absolvierte sie in ihrem ehemaligen Regionalver- band Südbrandenburg. Das da- malige Ziel: Einsätze im Katas- trophenschutz begleiten. Nach dem Wechsel in ihre Oberlausit- zer Heimat ergab sich der Ein- satznotrufdienst als Möglichkeit, das Gelernte weiter anzuwen- den – für Maria Tschanter eine glückliche Fügung: „Für mich ist es eine span- nende Abwechslung, in unserem Gebiet unterwegs zu sein. Ich habe dadurch viele wunder- schöne Orte in der Oberlausitz kennengelernt“, erklärt sie einen der Vorteile ihrer neuen Auf- gabe. Wie oft das Telefon in den kommenden 12 Stunden klingeln wird und welche Einsät- ze sie erwarten? Wie immer im Einsatznotrufdienst: ungewiss! Auch wenn sie seltener im Einsatz ist als Kolleginnen und Kollegen, hat sie schon ganz unterschiedliche Fälle erlebt. „Jede Schicht vergrößert mei- nen Respekt vor dem täglichen Einsatz in Rettung oder Pflege; auch mein Bewusstsein für die eigene Gesundheit wächst ste- tig“, resümiert Maria ihre Erfah- rungen der letzten Einsätze. Es sei ein großes Geschenk, nicht auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Auch das kann ein solcher Perspektivwechsel bewirken: Dankbarkeit für vermeintlich Selbstverständliches. Zwar ist Maria als ehren- amtliche Erste-Hilfe-Trainerin bestens geschult für alle mögli- chen Notfälle, doch oft weiß sie nicht, was sie an ihrem Einsatz- ort erwartet. Aus der Notruf- zentrale heißt es oft: „unklare Lage“. „Da bin ich die ersten Male immer mit einem flauen Gefühl hingefahren – was finde ich dort vor?“ Jeder Einsatz ist anders Ihre Erfahrung zeigt: Meistens wartet ein nettes Gespräch oder wie vor kurzem auch mal eine schnurrende Katze auf sie. Nicht selten handelt es sich um eine versehentliche 18 Johanniter / Juni 2026 / Landesverband Sachsen

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