Johanniter Juni 2026

Gedanken von Landespfarrerin Anne-Christina Wegner „Denke an Gott solange Du jung bist, be- vor das Leben für Dich beschwerlich wird!“ Dieser Satz aus dem biblischen Buch des Predigers fiel mir ein, als ich las, worüber in dieser Ausgabe berichtet wird. Beschwerliche Jahre, die habe ich bei meinen Besuchen im Heim vor Augen. Mühsam bewegt sie ihren Rollstuhl voran, die früher starken Beine dünn, die Gelenke schmerzen, der Körper gebeugt. „Es ist nicht schön.“ sagt sie. Sieben Jahre ist sie inzwischen hier im Heim, es wird ihre letzte Station sein, das weiß sie. „Gott sei Dank habe ich Glauben! Ich habe mein Leben lang jeden Tag gebetet, das gibt mir Kraft.“, sagt sie und man nimmt es ihr ab. Als sie jung war, übte sie ein, was sie jetzt trägt, sie ist Gott nah. Sie hielt die Verbindung zu Gott, auch in den schweren Zeiten, als ihr Sohn starb. Und auch damals, sagt sie heute, gab ihr Glaube ihr die Kraft, weiterzuleben. Noch heute betet sie jeden Tag, auch für die Menschen im Heim und in ihrem Dorf und für mich. Denke an Gott, solange Du jung bist. Alte Menschen leben vor, was uns erwartet. Ihr Glaube ist ein Schatz, ihre Gebete sind ein Segen für uns. Menschen, die in Heime gehen und dort mit den Bewohnerinnen etwas unternehmen, die Patenschaften über- nehmen, geben der Dankbarkeit für unsere alten Menschen Gestalt. Ja, ich bin dankbar für die alten Menschen rings um mich herum. Dankbar für ihre Tapferkeit, für ihre Gebete, für ihre Geduld, dankbar, weil ich in ihnen die Geschichte unserer Orte sehe. Natürlich gibt es auch einfach anstrengende Vertreter, Menschen, die nie zufrieden sind und streit- süchtig. Auch sie zeigen mir, was ich werden kann, wenn ich vergesse, was mein Glaube sagt: Mein Leben hat den Sinn, in Liebe zu Gott und zu meinen Mitmenschen jeden Tag zu meistern. Alter ist beschwerlich, schon immer. Wie sich viele alte Menschen dem stellen, das ist oft vorbildlich. Sie lehren mich, eigene Grenzen anzuerkennen, sie helfen mir, mich selber zurückzunehmen. Für das, was ich von alten Menschen lernte, bezahlen manche viel Geld in Coaching-Kursen. Ihre Erfahrungen sind unbezahlbar und stehen al- len, die mit ihnen leben, frei zur Verführung. Ich danke allen, die das im Herzen tragen: Alte Menschen sind ein Segen für uns, wir können ein Segen füreinander sein. Ihre Anne-Christina Wegner DANKE FÜR DIE STARKE UNTERSTÜTZUNG UNSERES EHRENAMTS Mit der Ehrenamtsförderung des Freistaats Thüringen, die mit Unterstützung des Thürin- ger Landtages und der Thüringer Staatskanzlei erfolgt, konnten wir zahlreiche Projekte in unserem Landesverband gezielt stärken und weiterentwickeln. Die Förderung würdigt herausragendes ehrenamtliches Engagement und hilft ganz konkret dort, wo Unterstützung gebraucht wird. DURCH DIE EHRENAMTSFÖRDERUNG WURDE UNTER ANDEREM FOLGENDES ERMÖGLICHT: • besondere Ehrenamtswürdigungen, etwa für die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) und die Rettungshundestaffel • die Reparatur eines Unimog für den Katastrophenschutz Mittelthüringen • die Anschaffung neuer IT-Server für eine verlässliche Infrastruktur • ein Transportanhänger für Einsätze in Südthüringen • Fotoshooting zur Bewerbung unserer Notfallseelsorge in Nordhausen • sowie unsere Trosttierchen für unser Projekt „Ersthelfer von Morgen“ 21 Johanniter / Juni 2026 / Landesverband Sachsen-Anhalt/Thüringen / Aus den Regionen

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