Johanniter September 2026

Auf Anforderung der venezolanischen Regierung an die Europäische Union hatten die Johanniter ein 27-köpfiges Team in die Krisenregion geschickt. Ärztinnen und Ärzte, medizinisches Fachpersonal und Experten für Logistik und psychosoziale Nach- sorge machten sich Ende Juni für zwei Wochen mit zwei Bundeswehrmaschinen vom niedersächsischen Militärflughafen in Wunstorf aus auf den Weg. Mit an Bord: 14 Tonnen Einsatzausrüstung, Medikamente, medizinisches Verbrauchsmaterial und eine Anlage zur Wasseraufbereitung. „Der Flughafen in Caracas war durch die Beben schwer beschädigt und wo- chenlang nicht für den zivilen Luftverkehr geöffnet. Wir waren deshalb dankbar für die Möglichkeit, mit der Bundeswehr ins Einsatzgebiet zu gelangen“, sagt Oliver Pitsch, Johanniter-Einsatzleiter für Venezuela. Mobile Kliniken aufgebaut / Vor Ort koordinierte sich das Team mit den internationalen Einsatzkräf - ten, den venezolanischen Behörden und der deut - schen Botschaft. Als Einsatzgebiete für zwei mobile Kliniken wurden schnell ein Golfplatz in Carabellada und eine offene Fläche in Naiguatá identifiziert. Nach dem Zusammenbruch der lokalen Gesundheitsver- sorgung waren die Johanniter-Hilfskräfte dort zwei Wochen lang von morgens bis spätabends für die Be- troffenen da: „Vom Baby bis zum älteren Menschen hatten wir alle möglichen Patienten mit teils sehr komplexen Krankheitsbildern. Einige mussten wir an Venezuela Schnelle Hilfe nach dem Beben. Nach dem schweren Erdbeben in Venezuela waren die Johanniter mit medizinischer Soforthilfe vor Ort. Mit psychosozialer Unterstützung und der Verbesserung der Trinkwasser - versorgung helfen sie den Menschen mittelfristig auch weiterhin. Die Zerstörungskraft des Doppelbebens mit einer Stärke von bis zu 7,5 war enorm. weiterführende Einrichtungen übergeben“, berichtet Verena Ludwig von den Johannitern aus Bonn. Auch Marina Rodriguez Cobal war eine der vielen Patientin - nen und Patienten, die täglich schon frühmorgens am Zelt für eine Behandlung anstanden. Das Beben über - raschte sie im Haus ihrer Schwester: „Es schwankte so stark, dass wir eine Riesenangst hatten.“ Ein Zelt wurde zu ihrem neuen Zuhause, bevor sie mit Schwin - delgefühlen und Bluthochdruck in die mobile Klinik der Johanniter kam. „Ich habe viele Verwandte bei diesem Unglück verloren. Die Neffen und Nichten meiner Schwester liegen dort immer noch unter den Trüm - mern begraben“, erzählt Marina Cobal. Das Team der Johanniter / September 2026 / In Aktion 12

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