Johanniter September 2026
Fotos: Johanniter/Noah Sawallisch, Johanniter/Marcus Brodt Ehrenamt Wenn 111 Menschen an einem Strang ziehen – die Johanniter beim Weltrekord in Speyer Jugendhilfe Postkarten von der Mosel gegen Sozial- kürzungspläne Speyer / Manchmal beginnt Großes ganz klein, in diesem Fall bei einem Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt. Dort entstand beim Verkehrsverein Speyer die Idee zu einem außergewöhnlichen Vorhaben: eine 111 Tonnen schwere Diesellokomotive aus dem Jahr 1959 ganz ohne Motor, allein mit Muskelkraft, über die Gleise zu ziehen. Am traditionellen Brezel- fest wurde daraus Wirklichkeit. 111 Menschen aus 18 Teams stellten sich der Aufgabe, mitten unter ihnen ein Team der Johanniter. Entscheidend war dabei nicht rohe Kraft, sondern Synchronität und Rhythmus, denn sobald sich die schwere Lok einmal in Bewe- gung setzt, reicht schon ver - gleichsweise wenig Zugkraft, um sie in Fahrt zu halten. Spannend wurde es kurz vor dem Start: Eine Stunde zuvor musste das Team spon - tan umbesetzen, weil zwei Mitglieder in einen Katastro- phenschutz-Einsatz gerufen wurden. Kurzerhand sprangen zwei weitere Johanniter ein und zogen mit. In unter zwei Minuten war es geschafft, der Zug stand hinter der Ziellinie: ein beeindru - ckendes Ergebnis. Das Rekord - institut Deutschland bestätigte den Weltrekord offiziell. Für uns war dieser Tag mehr als ein sportlicher Erfolg. Er zeigt, wozu Gemeinschaft fähig ist, wenn viele Hände gemeinsam anpacken. Genau das erleben wir als Johanniter jeden Tag, im Einsatz wie auch auf dem Brezelfest. Trier / Mit einer Postkartenaktion im Verbund der Diakonie an Bundeskanzler Friedrich Merz haben die Trierer Johanniter Ende Juli angefangen, mobilzumachen gegen einschneidende Kürzungspläne der Regierung in der Jugend- und Eingliederungshilfe. Zusammen mit der Evangelischen Kirche Trier und dem Diako - nischen Werk haben die Trierer die Bürgerinnen und Bürger aufge - rufen, sich mit den Karten direkt ans Kanzleramt zu wenden. Zuvor waren Pläne zu weitreichenden Kürzungen bekannt geworden: Sozialpädagogische Familienhilfe, die Kinder bei häuslichen Proble - men schützt, Schulbegleitung für Kinder mit Behinderungen, Betreuung für gerade 18-Jährige ohne familiäres Netz oder indivi - duelle Assistenzangebote für Menschen mit Einschränkungen zum Beispiel – alles Aufgaben der Johanniter. „Wenn diese Pläne um- gesetzt werden, ist das eine Katastrophe für unsere Betreuten“, berichtet Melanie Laudenberg, Eingliederungshilfeleiterin der Trierer Johanniter: „Hier sollen Kinder und Menschen mit Handicaps und Problemen, die sonst keine Hilfe haben, alleingelassen werden, ohne die individuellen Konsequenzen und Negativspiralen für die Gesellschaft zu bedenken.“ Jetzt im Herbst wird es ernst, Beschlüsse stehen an. Wer sich noch kurzfristig beteiligen möchte, bekommt die Karte direkt von der Startseite der Trierer Johanniter : johanniter.de/trier Junge Menschen, die in Wohngruppen groß geworden sind, sollen nach den Entwürfen des Streichpapiers keine Nachbetreuung mehr bekommen, wenn sie zur Volljährigkeit ausziehen müssen. 19 Johanniter / September 2026 / Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz/Saar / Bergstraße-Pfalz & Trier-Mosel
RkJQdWJsaXNoZXIy NTMzMTY=