Johanniter September 2026
Foto: Johanniter So einer wie Konrad Höfer ist ein Geschenk für die Johanniter: Er sprudelt vor Ideen, sieht gerne, wie sie umgesetzt werden, und freut sich, wenn auch andere Spaß daran haben. Als Höfer im Alter von 18 Jahren zum Studium nach Magdeburg zog, suchte er eine sinnvolle Aufgabe neben den Vorlesungen und Seminaren. Da hatte er bereits stolze zwölf Jah - re bei der Kinder- und Jugendfeuerwehr in seiner Heimatgemeinde Bleicherode hinter sich. Ein Freund machte ihn auf die Johanniter und deren vielfältige Einsatzgebiete aufmerksam. Gleich Feuer gefangen / Schon die ersten Dienst- abende überzeugten ihn: „Da waren einfach viele Gleichgesinnte, coole Leute.“ Kurze Ausbildung, ers - te Grundlagen, Zelte aufbauen lernen, sich mit an - deren koordinieren, einen Einsatz planen – das alles unterschied sich nicht wesentlich von dem, was er schon von der Freiwilligen Feuerwehr kannte. Bald folgte ein Sanitätshelferlehrgang und der Student war startklar. „Wir waren wirklich eine sehr junge Einheit in Magdeburg, darunter auch viele Studie - rende. Ich konnte mich ausprobieren“, schwärmt er über das Ehrenamt im Katastrophenschutz. Vor allem passte auch, dass er Verantwortung übernehmen wollte. Im Katastrophenschutz wurde er Zugführer, der im Einsatzfall einzelne Gruppen koordiniert. Einer dieser extremen Anlässe war der Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt vor zwei Jahren. Als Höfer damals am 20. Dezember beim Weihnachtskonzert im Magdeburger Dom war und der Chor anfing zu singen, klingelte der Ein - satzalarm auf seinem Telefon. Jetzt kam es auf jede Minute und jede helfende Hand an. „Im Nachhinein wurde mir nochmal richtig bewusst, warum ich das bei den Johannitern mache“, sagt Konrad Höfer. „Den Zusammenhalt hat dieser Einsatz auch gestärkt.“ Stolz ist Höfer auf eine Idee, die kurz nach Ausbruch des Ukraine-Krieges entstand. Zahlreiche Busse mit geflüchteten Menschen kamen in Magdeburg an. Binnen kürzester Zeit mussten Geflüchtete unter - stützt werden, Notunterkünfte geschaffen, erste medizinische Betreuung organisiert werden. „Ver - pflegung gehört in besonderen Notlagen oder Scha - denslagen wie einem Hochwasser ja auch zu unseren Aufgaben im Katastrophenschutz und in der Betreu- ung.“ Höfer erinnerte sich, dass irgendwo in einer Lagerhalle zwei alte Feldküchen eingelagert waren. Einblicke in die Feldküche / Mit einem Kollegen absolvierte er einen Feldkochlehrgang. Lernte, frisch zu kochen, so wie zu Hause, nur halt im ganz großen Maßstab. Wie organisiert man so etwas? Was ist bei der Zubereitung von speziellen Kostformen, wie glutenfreien, vegetarischen und veganen Speisen zu beachten? Und wie betreibt man so eine Feldküche überhaupt? Also alles, was man nicht sieht, wenn man im Notfall einen Teller heiße Suppe bekommt. Stolz ist er auf seine Initiative, die Feldküche wieder zum Laufen zu bringen. Nicht nur damit hofft er auch, andere zu motivie - ren, sich bei den Johannitern zu engagieren. Denn ehrenamtlich Engagierte, weiß der der 26-jährige Ingenieur für baulichen Brandschutz, würden immer gebraucht! / Ina Krauß Porträt Ein Mann für viele Fälle. Er ist erst 26, trägt aber schon viel Verantwortung für die Johanniter in Sachsen-Anhalt: Konrad Höfer vereint viele Talente und ist als Sanitätshelfer, Feldkoch, Logistiker und Materialkoordinator aktiv. Johanniter / September 2026 / Unter Freunden 27
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