Johanniter September 2026

Es gibt die kleinen Katastrophen, die etwas grö - ßeren und auf die ganz großen bereitet man sich bestenfalls in der Hoffnung vor, dass sie niemals eintreten. Christian Eckhardt kennt schon einige davon. Denn mit seinen gerade einmal 35 Jahren hat er im Bevölkerungsschutz der Dresdner Johan- niter schon eine sächsische Schule evakuiert, weil 30 Kinder von einer Virus-Infektion geplagt waren. Mit seinem Team hat er ein komplettes Pflegeheim in Heidenau geräumt: Ganz in der Nähe hatte man eine Fliegerbombe gefunden. Überschaubar, mach - bar und damit wohl eher zu den kleinen Katastro- phen zu rechnen. Aus der Vergangenheit gelernt / Doch der Johan- niter-Katastrophenschutzzug hat 2022 auch die Messe Dresden innerhalb kürzester Zeit zu einer Erstaufnahmeeinrichtung umgebaut. Mehrere Tausend Menschen kamen aus der Ukraine nach Dresden, nachdem das russische Regime Putins ihr Land überfallen hatte. „Damals haben wir aus allen möglichen Ecken das Material zusammenge- sucht: Feldbetten, Bettwäsche, Erstversorgung mit Hygiene-Artikeln – all das, was man für die Men - schen in Not eben braucht“, erinnert sich Eckhardt. „Wir konnten auf kein bestehendes Lager in dieser Größenordnung zurückgreifen – das hat viel Mühe gemacht und Zeit gekostet.“ Wie wichtig es ist, gut vorbereitet zu sein, wurde ihm und seinem Katastrophenschutz-Team aber bei einem anderen Einsatz deutlich: 2022 wüteten mehrere Waldbrände in der Sächsischen Schweiz. Die Johanniter waren für die Versorgung der Ein- satzkräfte zuständig: Unterkünfte, Feldküchen, Sanitäranlagen – all das musste gestellt und mit Material versorgt werden. Über Wochen hinweg. Entsprechend kamen die Katastrophenschützer auch an ihre personellen Grenzen. Denn Katastrophen - schutz ist reines Ehrenamt. Jeder hat noch einen Hauptberuf und wird von seinem Arbeitgeber frei- gestellt. Das geht für ein paar Tage ganz gut – doch wer kann sich schon wochenlang aus seinem Alltag verabschieden? Ausgerechnet ein Autohaus / Aus diesen Katastro- phenschutz-Einsätzen haben die Johanniter gelernt. Auch mit Blick auf zukünftige Bedrohungslagen und erwartbare Herausforderungen. Allen voran sah Carsten Herde den Bedarf. Seit seiner siebenjährigen Verpflichtung im Rahmen des Ersatzdienstes beim Katastrophenschutz nutzt er die vielfältigen Ausbil- dungen. So absolvierte er etwa die Ausbildung zum Gruppenführer, Zugführer und Feldkoch – und kennt sich damit gut in den Einsatzgruppen der Johanniter aus. Dann – als Mitglied des Regionalvorstandes – sah er, mit welchen Herausforderungen die Kollegen kämpfen und unter welchen Umständen sie arbei- Für den Notfall in Containern eingelagertes Material ist von Heidenau aus schnell am Bestimmungsort. Aus einem verlassenen Autohaus haben die Johanniter nach und nach ein leistungsfähiges Zentrum für den Katastrophenschutz geschaffen. Johanniter / September 2026 / In Aktion 6

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