Johanniter September 2026

Motorradstaffel, Rettungs- hundestaffel, Sanitäts- dienste – auch für sie ist das Akkon Heidenau die Ausgangsbasis. Foto: Nikolaus Brade eine Lagerhalle als Erweiterungsbau – Akkon Heide - nau III – ist in Planung. Und das Projekt in Dresden macht Schule. „Wie gut diese Verknüpfung der verschiedenen Dienste und der Bedarfe des Katastrophenschutzes funk- tioniert, hat uns überzeugt, dies zu wiederholen“, so Carsten Herde. Deshalb wurde dieses Jahr auch das Akkon Erzgebirge in Aue-Bad Schlema eröffnet. Ebenfalls ein umgebautes Autohaus, ebenfalls mit Photovoltaikanlage und Notstromaggregat, eigenem Brunnen mit Abwasseranlage sowie redundanten Kommunikationswegen – auch hier ist im Krisenfall die Haustechnik und Ladeinfrastruktur der Fahr- zeuge sogar dann gesichert, wenn das öffentliche Versorgungsnetz ausfällt. Geht es nach den Plänen von Carsten Herde, inzwischen Mitglied des Landes - vorstandes Sachsen der Johanniter, soll in jedem Regionalverband ein solches Katastrophenschutz- Zentrum entstehen. „Mit Leipzig arbeiten wir gerade am dritten Standort, weitere werden sicher folgen.“ Allgefahren-Ansatz im Auge / „Sachsen ist hin- sichtlich des Aufbaus von autarken Dienststellen weit vorn“, erklärt Anne Ernst, Mitglied in der Ge - schäftsführung des Johanniter-Bundeszentrums für Krisenmanagement (JBK). Doch überall im Land prü - fen die Johanniter-Verbände, wie sie ihre Katastro - phenschutz-Strukturen neu aufstellen und moderni- sieren können. „Wichtig ist dabei auch – und genau das ist Ziel des Akkon Erzgebirge – die Johanniter selbst gegen Krisen und Katastrophen zu wappnen.“ Denn beispielsweise bei einem längeren Stromaus- fall sollten die Hilfsdienste wie Altenpflege und der Hausnotruf natürlich auch weiterhin funktionieren. Durch solche Strukturen haben die Mitarbeitenden die Sicherheit für sich und ihre Familien im Rücken und können dann auch weiterhelfen. Darüber hinaus arbeite man bundesweit an einer Rückfall-Kommu- nikation, die zwischen den Johanniter-Dienststel - len auch dann noch funktioniert, wenn öffentliche Netze einmal ausfallen sollten. „Wichtig ist uns, den Allgefahren-Ansatz immer im Auge zu behalten. Es kommt nicht darauf an, ob ein Naturereignis, eine Katastrophe wie ein Chemie-Un - fall oder eine militärische Bedrohung zu bewältigen sind – es kommt darauf an, dass wir als Johanniter handlungsfähig bleiben und helfen können“, so Anne Ernst. Ein ganz wesentlicher Teil dieser Handlungs - fähigkeit sind die Katastrophenschützer selbst. Wie für jede Hilfsorganisation und ihre ehrenamtlichen Dienste wird es auch für den Katastrophenschutz immer schwieriger, Freiwillige zu finden. Auch hier zeigt sich der Vorteil, im Akkon reguläre Dienste mit dem Katastrophenschutz unter einem Dach zu vereinen. „Ich verwalte 180 Ehrenamtliche in unserem Verband.Dazu gehören die Kolleginnen und Kollegen der Motorradstaffel, der Rettungshun - destaffel und des Sanitätsdienstes. Und natürlich sehen die Kollegen, wie hier der Einsatz im Katast - rophenschutz geschätzt und unterstützt wird. Ganz klar, kann ich so auch immer wieder Helfende und Einsatzwillige für den Katastrophenschutz gewin- nen“, berichtet Christian Gaudig, Fachbereichsleiter Bevölkerungsschutz im Regionalverband Dresden. Dabei helfen auch gemeinsame Aktivitäten wie ein Weihnachtsmarkt auf dem Gelände des ehemali- gen Autohauses. Denn wo Menschen zusammen - kommen, entsteht Gemeinschaft – damit steht das Akkon Heidenau auch für das Grundverständnis des Johanniter-Verbandes. / Peter Altmann Der Stresstest im Katastrophenschutz­ zentrum im Video. Johanniter / September 2026 / In Aktion 8

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