Johanniter Juni 2026
Boro Medina, an der Grenze zum Sudan, ist für Tausende geflüchteter Menschen ein Zufluchtsort geworden. Die Johanniter unter- stützen dort mit medizinischer Hilfe. „Wenn eine Mutter ihr an Malaria erkrank- tes Kind zu mir bringt – in der Hoffnung, von mir das lebensrettende Medikament zu erhalten – und ich ihr sagen muss: Ich habe keines mehr! Wie würde ich mich da fühlen?“ Amjuma Kanal Ramadan arbeitet seit fünf Jahren als Gemeindegesundheits- helferin für die Johanniter im Südsudan und blickt etwas bange in die Zukunft. Denn die 48-Jährige versorgt Kinder unter fünf Jahren in abgelegenen Dörfern, in denen es keinerlei medizinische Infrastruk- tur gibt – und wo Kinder an eigentlich heil- baren Krankheiten, aber auch an Mangel- ernährung noch immer sterben. Mangelware Medizin / Der Südsudan zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Gewalt und Vertreibung haben im vergangenen Jahr massiv zugenommen: Hunderttau- sende Menschen mussten fliehen, Tau- sende verloren ihr Leben. Gleichzeitig ist die internationale Unterstützung – gera- de im Gesundheitsbereich – auf einem historischen Tiefstand. Die medizinische Versorgung, insbesondere in abgelege- nen Regionen, ist nicht abgesichert. Viele Gesundheitsstationen sind schlecht ausge- rüstet, haben nicht ausreichend Personal und Medikamente, um die vielen Menschen zu versorgen. Hinzu kommt, dass das Land zusätzlich hunderttausende Geflüchtete aus dem benachbarten Sudan aufnimmt. Die Johanniter sind seit 2011 im Südsudan aktiv und genießen durch dieses langfristi- ge Engagement zum Wohle der Menschen großes Vertrauen vor Ort. In den Berei- chen Gesundheit, Ernährungssicherung und WASH (Wasser, Hygiene und Sanitär) können sie durch ihre Bekanntheit und die damit verbundene gute Vernetzung mit anderen Organisationen und staatlichen Stellen auch Regionen erreichen, die sonst fernab von humanitärer Hilfe liegen. Vor allem im medizinischen Bereich, durch den Einsatz von mobilen Kliniken und das Netz von Gemeindegesundheitshelfenden, werden die Johanniter überall willkommen geheißen. Integrierte Projekte wirken / Doch auch die Johanniter sind von den Finanzierungs- kürzungen der deutschen Bundesregierung und anderer westlicher Staaten betroffen. Projekte und Hilfsmaßnahmen können nur noch eingeschränkt betrieben werden. „Das wirkt sich auf sinnvolle humanitäre und entwicklungspolitische Maßnahmen aus und hat die Reichweite unserer Hilfs- angebote in jüngster Zeit stark reduziert“, sagt Cephas Munjeri, der als Regionaldi- rektor für die Johanniter-Auslandshilfe in Afrika die Fäden in der Hand hält. Amjumas Medikamentenkiste ist längst nicht mehr so gefüllt, wie sie es sein sollte. Dabei helfen oft einfache Präparate. Amjuma Kanal Ramadan ist im Auftrag der Johanniter-Auslandshilfe als Gemeindege- sundheitshelferin aktiv. Johanniter / Juni 2026 / In Aktion 11 Fotos: Peter Irungu (2), Birte Kötter
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