Johanniter Juni 2026

„Es geht uns darum, die zu erreichen, die sonst nicht erreicht werden.“ Eike Hundhausen, Projektkoordinatorin „Aktive Senioren“ Zuhause abgeholt, wieder zu- hause abgeliefert: Das Rikscha- Taxi kommt wie gerufen. Neben den „Rikscha op jöck“ kümmert sich Eike Hundhauusen noch um eine Viel- zahl weiterer Angebote für Senioren. 14.000 Euro – und die Betriebskosten von mehreren hundert Euro pro Jahr trägt der Evangelische Verein für Altenhilfe. Auch der Evangelische Kirchenkreis beteiligt sich und der Radfahr-Verein 1894 Siegburg kümmert sich um die rechtlichen Details. Schirmherr des Projekts ist Stefan Rosemann, der Bürgermeis- ter der Stadt. Im Ruhestand Pilot / Das ehrenamtliche Team um Johanniterin Eike Hundhausen organisiert die Bu- chung der Fahrten, die Wartung der Räder und stellt die „Piloten“, wie sie ihre Fahrerinnen und Fahrer nennen. „Unsere acht Piloten sind ebenfalls alles eh- renamtliche Aktive im Ruhestand“, so Hundhausen. Einer von ihnen ist Klaus Beib. Der 66-Jährige enga- giert sich seit zwei Jahren bei den Aktiven Senioren. Er ist für Fahrdienste für all jene zuständig, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln die Fahrt zum Arzt oder zur Behörde nicht mehr schaffen, sich aber auch kein Taxi leisten können. Viel lieber aber als mit dem Auto unterwegs zu sein, tritt er bei Ausfahrten mit der Rikscha in die Pedale. „Sich bewegen in der Natur und dabei jemandem eine Freude machen: Das ist gut für die eigene Fitness, aber eben auch für das gute Gefühl, jemandem zu helfen“, erklärt er. Jahrelang war er Fördermitglied der Johanniter, bevor er sich entschloss, auch in der Seniorenhilfe aktiv dabei zu sein. Eva-Maria Schwanke gehört zu den Menschen, denen er auf diese Weise eine Freude macht. Die 87-Jährige ist nach langer Ehe nach Siegburg ge- kommen, wo eine ihrer Töchter wohnt. Sie hat Anschluss gesucht – und die „Aktiven Senioren“ der Johanniter gefunden. Ob Handarbeitskurs oder Wanderausflug: Hier gibt es Bewegung und vor allem Gemeinschaft. „Ich hab hier Freundinnen ken- nengelernt. Und wir waren auch schon gemeinsam im Urlaub“, so die Seniorin. Eine Weile hat sie selbst andere Frauen unterstützt, die nicht mehr so fit wa- ren wie sie selbst. „Doch inzwischen werden leider meine Augen immer schlechter. Ich kann kaum noch was sehen.“ Sie ist froh, mit den Aktiven Senioren Fotos: Nikolaus Brade 6

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