Johanniter Juni 2026

in Siegburg einen Ort zu kennen, wo ihr auch mal geholfen wird, wenn es etwa um Behördenschreiben oder Anträge für finanzielle Unterstützung geht. Und bei denen man auch einfach mal auf einen Plausch vorbeikommen kann. Lebensfreude im Taunus / Wo sie auch immer un- terwegs sind – die Rikschas sorgen in jedem Stadt- bild für Aufmerksamkeit. Seit Sommer 2025 ist das im hessischen Liederbach am Taunus genauso. Auch hier bieten die Johanniter für Seniorinnen und Se- nioren, die kaum noch selbst aktiv herauskommen, das Gefühl von Wind im Gesicht und Sonne auf der Haut. Bewegung durch die Natur bringt Lebensfreu- de: „Wir machen das für Menschen, die nicht mehr von alleine an die Orte kommen, die sie besuchen möchten“, erzählt Vera Neumann. Sie koordiniert im Begegnungsraum Liederbach diese Aktivitäten. Ak- tuell sucht der Verein noch weitere „Scouts“, wie die Fahrerinnen und Fahrer der von Geldern der Crons- tett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung angeschafften Rikschas genannt werden. Eine ganz andere Form der Mobilisierung ist das Projekt „Wheels on Water“ in Mainz. Dort erhalten körperlich und geistig beeinträchtigte Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, mal über den Rhein zu schippern. Die Rollstühle werden dafür im vorderen Teil eines Rettungsbootes befestigt, und zwar direkt vorn am Bug. „Damit entsteht ein bisschen das Ge- fühl, schwerelos über das Wasser zu gleiten“, erklärt Claudia Siebner vom Regionalverband Rheinhessen der Johanniter – ein unvergleichliches Erlebnis für die Kinder und Jugendlichen. Raus aus der Wohnung / Mit viel mehr Bodenhaf- tung geht es dagegen in Berlin zu, wenn Ralf Luczak in Schöneberg den Klingelknopf bei seinen Klienten drückt. Sofort summt da auch schon der Öffner und es hallt ihm ein fröhliches „Guten Morgen!“ durch das Treppenhaus entgegen. Der Mobilitätshelfer der Berliner Johanniter wird nämlich bereits sehnsüchtig erwartet. Heute geht es zum Spaziergang. Wenig später bugsiert der schlanke, hochgewachsene Hel- fer seine Klientin mit dem Rollstuhl durch die Haus- tür. Brigitte Zimmer, eine zierliche Frau in fliederfar- bener Steppjacke, drückt ihm zwei Schachteln in die Hand. Ihre wachen Augen blitzen: „Puzzeln ist meine Leidenschaft!“ 300 Teile sind für sie ein Klacks. „Ich tausche immer mit meiner Freundin, die ich bei den Spaziergängen treffe.“ Brigitte Zimmer wohnt seit 1967 in der gepflegten Wohnanlage. Dass sie hier auch nach dem Tod ihres Mannes noch alleine leben kann, macht sie glücklich. Mit dem Rettungsboot bieten die Mainzer Johanniter unvergessliche Erlebnisse für Rollstuhlfahrende. Fotos: Janina Werner, Claudia Siebner Auch im hessischen Liederbach am Taunus gibt es die begleiteten Aus­ fahrten – wenn das Wetter mitspielt. 7 Johanniter / Juni 2026 / In Aktion

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